Häufige Fragen (FAQ)

Gesamtprojekt

Die Bauarbeiten für das Hochwasserschutzprojekt Kleine Schliere wurden im Herbst 2025 gestartet und erfolgen in mehreren Etappen. Die grösste Bauphase beginnt nach den Sommerferien im Bereich Chlewigen bis zur Mündung des Meisibachs. Kernstück dieser Etappe ist das Entlastungsbauwerk. Die Arbeiten dauern rund zwei Jahre. Weitere Bauetappen folgen im September 2027 und im September 2028. Bis Ende 2029 sollen sämtliche Projektabschnitte realisiert und die vorgesehenen Schutzmassnahmen vollständig umgesetzt sein.

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Die Bauarbeiten für das gesamte Projekt werden rund fünf Jahre in Anspruch nehmen, wobei der Geschiebetriebkanal Ende 2027 und das Entlastungsbauwerk im Gebiet Chlewigen im Jahr 2028 fertig gestellt werden. Die Bauarbeiten am Entlastungskorridor werden in zwei Etappen bis 2028 umgesetzt. Die Renaturierung am Unterlauf erfolgt zwischen 2027 und 2029.

Der Objektkredit des Gesamtprojekts beträgt 35.25 Mio. Franken.

Die anrechenbaren Kosten von 34.00 Mio. Franken werden mit dem Maximalbetrag von 65% durch den Bund finanziert. Der Beitrag des Kanton Obwalden beträgt 21,5%, die Gemeinde Alpnach trägt die restlichen 13,5%.

Die nicht anrechenbaren Kosten von 1.25 Mio. Franken fallen vollumfänglich zu Lasten der Einwohnergemeinde Alpnach.

Die Gemeinde erinnert daran, bei Gewittergefahr besondere Vorsicht walten zu lassen. Wer sich im Bereich der Kleinen Schliere aufhält, sollte das Gebiet verlassen, wenn sich im oberen Einzugsgebiet Gewitterwolken aufbauen. Dass selbst bei sonnigem Wetter im Tal plötzlich Hochwasser auftreten kann, zeigte sich beispielsweise im Juli 2022: Damals erreichte eine Hochwasserwelle Alpnach, obwohl dort weiterhin die Sonne schien.

Im Ereignisfall gilt:

  • Abstand zur Kleinen Schliere halten. Die grössten Gefahren gehen von Hochwasserwellen und mitgerissenem Schwemmholz aus.
  • Fotos und Videos nur aus sicherer Distanz aufnehmen.
  • Brücken nur bei zwingendem Bedarf und nach Möglichkeit auf der Talseite überqueren.
  • Den Anweisungen von Feuerwehr, Einsatzkräften und Fachpersonen Folge leisten.
  • Absperrungen und Sicherheitsvorkehrungen jederzeit beachten.

Über den Fortschritt des Hochwasserschutzprojekts informiert die Gemeinde Alpnach monatlich im Alpnacher Blettli und gegebenenfalls in der Obwaldner Zeitung.

Entlastungsbauwerk

Der Entlastungsfall wird von den Wassermassen selbst ausgelöst. Eine einfache Barriere, bestehend aus einem erodierbaren Wall bildet die Barriere bis sie von den überlaufenden Wassermassen weggespült wird. Zum Betrieb und Unterhalt des Entlastungsbauwerks wird ein Reglement erarbeitet. Zudem wird das bestehende Alarmierungs- und Notfallkonzept auf die neuen Rahmenbedingungen aktualisiert und im Gebiet Seewli wird eine Abfluss-Messstation erstellt.

Der Geschiebetriebkanal der Kleinen Schliere ist auf eine Wassermenge von 100 m³/s ausgelegt (Beim Ereignis von 2005 flossen 60–80 m³/s in der Kleinen Schliere). Bevor diese Marke überschritten ist, wird der erodierbare Damm weggespült und es fliessen max. 40 m³/s über den Entlastungskorridor ab.

Die Baustelle Chlewigen wird während der Bauzeit grossräumig als Baustelle abgesperrt, bestehende Fusswege werden wenn nötig umgeleitet. Bilder des Baufortschritts finden Sie an der Infotafel bei der Entsorgungsstelle bei der Chlewigenstrasse und auf dieser homepage. Während der Bauzeit sind Führungen vorgesehen. Diese Termine werden im «Alpnacher Blettli» publiziert.

Geschiebetriebkanal

Da die Fische nur in den Wintermonaten aufsteigen, kann die Kleine Schliere im Sommer weiterhin zum Baden aufgestaut werden.

Wir versuchen, die Einschränkungen so kurz und so gering wie möglich zu halten. Während der Bauzeit eines Abschnitts werden Umleitungen vor Ort ausgeschildert. Der direkte Baustellenperimeter wird während der Bauzeit aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich sein. Wir bitten um Verständnis und danken für die Rücksichtnahme.

Beim jüngsten Hochwasserereignis an der Kleinen Schliere trat im Geschiebetriebkanal eine ausgeprägte Schwallwellenentwicklung auf. Diese Schwallwellen entstehen erst innerhalb des Kanals und stellen grundsätzlich kein neues Phänomen dar. Sie sind seit Jahrzehnten bekannt und wurden bereits bei früheren Hochwasserereignissen beobachtet, etwa in den Jahren 2013, 2007, 2005, 1988 und 1982. Im Vergleich zu den bekannten Hochwassern der vergangenen rund 50 Jahre wurden die höchsten Wasserstände registriert. Der mittlere Abfluss lag mit rund 66 Kubikmetern pro Sekunde knapp über einem Ereignis mit einer statistischen Wiederkehrperiode von 30 Jahren. Durch die lokale Akkumulation des Wassers in den Schwallwellen entstanden jedoch kurzzeitig Abflussspitzen von bis zu 80 bis 90 Kubikmetern pro Sekunde. Dies entspricht einem Ereignis mit einer Wiederkehrperiode von etwa 80 bis 100 Jahren.

Während die Gewitterzelle für das Dorf Alpnach an sich nicht aussergewöhnlich war, verharrte sie über längere Zeit über dem Einzugsgebiet der Kleinen Schliere. Dadurch kam es lokal zu sehr hohen Niederschlagsmengen. Aus Sicht des Einzugsgebiets kann deshalb von einem seltenen Ereignis gesprochen werden. Die detaillierte Auswertung der Niederschläge und deren Einordnung in die Niederschlagsstatistik ist derzeit noch im Gang.

Das Hochwasser verursachte Schäden am Geschiebetriebkanal. Diese bewegen sich jedoch in einer Grössenordnung, die nach vergleichbaren Ereignissen zu erwarten ist und im Rahmen des regulären Unterhaltsaufwands liegt. Solche Schäden treten nach grösseren Hochwassern regelmässig auf und wurden bereits nach den Ereignissen von 2013, 2007, 2005, 1988 und 1982 festgestellt.

Die Gemeinde Alpnach beziehungsweise früher die Wuhrgenossenschaft führen deshalb seit jeher periodische Unterhalts- und Instandstellungsarbeiten an den Wasserbauwerken durch. Die aktuell festgestellten Schäden werden nach der Hochwassersaison, voraussichtlich ab September, möglichst zeitnah behoben.

Der Geschiebetriebkanal ist inzwischen über 100 Jahre alt. Im Rahmen des laufenden Hochwasserschutzprojekts wird er deshalb umfassend gesichert und verstärkt. Dennoch wird es auch künftig bei grösseren Ereignissen zu kleineren Schäden kommen können, die im Rahmen des ordentlichen Unterhalts behoben werden.

Das aktuelle Ereignis liefert wichtige Erkenntnisse für das laufende Hochwasserschutzprojekt Kleine Schliere. Die beobachteten Abläufe werden nun minutiös analysiert, um daraus gegebenenfalls zusätzliche Schlussfolgerungen für die weitere Projektierung und Umsetzung abzuleiten.

Besonderes Augenmerk gilt der Schwallwellenbildung im Geschiebetriebkanal während eines Ereignisses dieser Grössenordnung. Das Hochwasserschutzprojekt sieht bereits verschiedene Massnahmen vor, welche diese Wellenbildung reduzieren sollen. Nun wird geprüft, ob ergänzende Massnahmen erforderlich sind. Insbesondere im flacheren Abschnitt unterhalb der Kantonsstrasse wird untersucht, wie mit dem starken Auflaufen der Wellen und einem möglichen Überschwappen künftig noch besser umgegangen werden kann.

Unterlauf

Neben der sinnvollen Renaturierung des Bachlaufes, sind die Verbreiterung und die ökologische Aufwertung Grundvoraussetzungen für die Bewilligungsfähigkeit des gesamten Projektes.

Das Gebiet wird auch in Zukunft im gleichen Masse für die Bevölkerung zugänglich sein wie heute. Alle bestehenden Wege werden im Rahmen des Projekts nach den Bauarbeiten wiederhergestellt. Durch die ökologische Aufwertung entsteht ein neues Naherholungsgebiet.

Entlastungskorridor

Ein grosser Teil des Geschiebes wird durch natürliche Strömung im Geschieberückhalteraum im Gebiet Chlewigen abgelagert. Mit einer Schwelle zum Entlastungskorridor wird das restliche Geschiebe weiterhin durch den Geschiebetriebkanal abgeleitet werden. Es ist für den Bestand des Geschiebetriebkanals sehr wichtig, dass immer eine gewisse Geschiebemenge bis in die Geschiebesammler Chilcherli und Städerried durchfliessen kann.

Es werden bei allen vom Entlastungskorridor betroffenen Grundeigentümern die gleichen Grundsätze für die Entschädigung der Dienstbarkeiten und der temporären Beanspruchung während den Bauarbeiten angewendet.

Vor der öffentlichen Auflage wurden Vorverträge erarbeitet und wenn möglich miteinander unterschrieben. Im Rahmen des Bewilligungsprozesses gab es noch Aktualisierungen, die nun etappenweise vor den Bauarbeiten nachgeführt werden. Die eigentlichen Hauptverträge erfolgen erst nach Abschluss der Bauarbeiten.

Die Kosten für die Aufräumarbeiten, den Ertragsausfall und die Rekultivierungsmassnahmen nach einem Ereignisfall trägt die Einwohnergemeinde Alpnach. Dies ist in den Verträgen entsprechend geregelt.